Freitragende Treppen

Freitragende Treppen – Aufbau und allgemeine Informationen

Geht man nach der reinen Definition, so sind freitragende Treppen zwischen den jeweiligen Geschossdecken frei tragend. Als Auflager können auch Podeste dienen. Aus statischer Sicht werden bei diesem Treppentyp keine Seitenwände oder sonstige Abhängungen verwendet.

Die freitragenden Treppen zur Repräsentation

Treppen in frei tragender Konstruktion werden nicht selten aus repräsentativen Gründen verwendet. Der Begriff einer Treppe in frei tragender Konstruktion wird aber auch oft fehlinterpretiert. Sind konstruktiv keine Seitenwände möglich, greift der Bauplaner ebenfalls gern auf eine freitragende Konstruktion der Treppenanlage zurück. In ihrer Konstruktionsart ist eine Treppe dieser Bauart sehr vielfältig. So können unter anderen folgende Typen in Anwendung kommen:

 

1. Holmtreppe oder Mittelholmtreppe

2. Wangentreppe ohne Wandmontage

3. Treppenanlagen mit beidseitigem Geländer

4. Spindeltreppen

 

Nicht zu den freien Treppenkonstruktionen gehören eigentlich Arten, wie Bolzentreppen oder Konstruktionen, die an der Seitenwand gelagert sind. Dennoch wird nicht selten der Ausdruck für eine freitragende Treppe angewendet. Es ist naheliegend, dass gerade der Charakter einer repräsentativen Treppe dazu führt, diesen Ausdruck zu verwenden, um gegenüber dem Kunden noch etwas verkaufsfördernder zu wirken. Schließlich ist die Aufgabe einer Treppe unter modernen Gesichtspunkten nicht immer nur die Verbindung zweier Stockwerke. Die freie Konstruktion einer solchen Treppe vermittelt ein schlankes Design und einen puristischen Eindruck. So lassen sich auch Treppenbereiche mit einer freitragenden Konstruktion als offen bezeichnen und sie wirken heller.

Material für freitragende Treppenkonstruktionen

Mit der freitragenden Konstruktion einer Treppe lassen sich viele Möglichkeiten an Form und Material umsetzen. Oft als Stahlkonstruktion favorisiert, können die unterschiedlichen Materialien für die Stufen, Geländer und Beläge verwendet werden. Ob als gerade Treppenführung oder geschwungen, die Form ist frei wählbar. Lediglich die statischen Anforderungen sind genau einzuhalten. Dies ist besonders bei Sanierungen von freitragenden Konstruktionen zu berücksichtigen. Ist die Treppe für leichte Materialien geplant und ausgelegt, können bei einer Sanierung nicht ohne Bedenken schwerlastige Materialien Verwendung finden.

Im Zweifelsfall ist eine statische Beurteilung neu vorzunehmen. Neben der Statik müssen auch freitragende Treppenkonstruktionen den Brandschutzanforderungen entsprechen. Bei privaten Gebäuden ist dies jedoch anders zu bewerten, als bei öffentlichen oder öffentlich genutzten Gebäuden. Setzt man die baurechtlichen Anforderungen voraus, so lassen sich die unterschiedlichsten Materialien miteinander verbinden und ästhetisch in Szene setzen. Damit in Verbindung steht dann auch die Farbgestaltung. Individuell oder nach bestimmten Vorgaben sind die kreativsten Möglichkeiten in die Praxis umzusetzen.

Nutzungsmöglichkeiten von freitragenden Treppenkonstruktionen

Kuppelkonstruktionen in freitragender Bauweise können sowohl im Innenbereich, aber auch im Außenbereich ihre Anwendung finden. Direkt am Gebäude gelegen oder im Rahmen der Freiflächengestaltung lassen sich auch hier freitragende Konstruktionen anwenden. Auch dabei ist es dann eine Frage der kreativen Gestaltung mit Farbe, Form und Material, einen hohen repräsentativen Eindruck zu vermitteln. Selbst mit einem Zwischenpodest lassen sich architektonisch reizvolle Konstruktionen schaffen. Dabei kann die Treppe sowohl einläufig oder auch zweiläufig sein. Konkret können es folgende einläufige Ausführungen sein:

 

1. gerade, viertel gewendelter Antritt

2. gerade mit viertel Podest

3. gerade, viertel Podest am Antritt

4. gerade, viertel gewendelter Antritt und Austritt

5. gerade viertel Podest am Antritt und Austritt

6. halb gewendelt

7. viertel gewendelt

Zweiläufig sind folgende Möglichkeiten gegeben:

1. gerade Treppe mit Zwischenpodest

2. gewendelte Treppe mit verzogenen Stufen in U-Form mit keilförmigen Stufen am Zwischenpodest

3. Treppe in U-Form mit Halbpodest

4. Treppe im Winkel mit Viertelpodest

 

Sonderkonstruktionen einer freitragenden Treppe

Werden die Stufen seitlich an der Wand befestigt, so gilt dies als eine Sonderkonstruktion. Zusätzliche Stützen werden hier nur aus ästhetischen Gründen gesetzt, wenn überhaupt. Auch als Sonderkonstruktionen werden Treppen in freitragender Konstitution bezeichnet, die nicht den sonst geltenden Baurecht entsprechen. Dies kann explizit bei Sanierungen vor allem in denkmalgeschützten Bereichen der Fall sein. Oft müssen auch Abstriche an den sonst üblichen Maßen im Interesse des Denkmalschutzes geleistet werden. Hierzu sind Ausnahmeregelungen sehr wohl möglich. Für alle anderen Fälle gilt jedoch das jeweilige Baurecht.